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Freilichtmalerei mit Corel® Painter® 12

Autor: Cliff Cramp

Website: www.cliffcramp.com
Biografie: http://cliffcramp.com/Bio.html

Ausrüstung

Vor Ort: iBook®, Intuos®3 (Hardware), Corel® Painter® 12 (Software)
Zu Hause: iMac® 27”, Intuos®4 (Hardware), Corel Painter 12 (Software)
Zeit: 2 Stunden

Die guten Leute von Corel haben mir eine Herausforderung gestellt: ein Gemälde vor Ort zu erstellen, im Freien. Normalerweise erstelle ich meine Illustrationsarbeiten im Studio und in der Regel mit digitalen Medien. Für die Freilichtmalerei benutze ich immer herkömmliche Ölfarben. Es war jedoch eine interessante Herausforderung. Ich habe also meine Malutensilien zusammengestellt und zog los, raus in die Landschaft zu einem meiner bevorzugten Wanderwege.

Anders als die meisten anderen Digitalkünstler male ich in der Regel nur auf einer Ebene. Ich benutze Ebenen nur, um Effekte hinzuzufügen oder Anpassungen vorzunehmen. Danach lege ich die Ebene ab und male weiter. Mein Malprozess ist recht geradlinig: Erarbeitung der Werte mithilfe von Formen, Farblasur, Ausgestaltung der Formen, Hinzufügen der Details.

Ich beginne das Gemälde mit einer Analyse der Werte. Dazu verwende ich das Malwerkzeug Digitales Aquarell, insbesondere die Variante Einfach, mit einer Kantenstärke von 0 %.

In dieser frühen Phase wird die Komposition festgelegt: Tiefe, Lichter und Schatten. Ich verwende dazu einfache Formen und nur wenige Werte. Ich fülle die ganze Arbeitsfläche mithilfe des Füllwerkzeugs mit einem 30%igen Grau und erstelle dann die Formen mithilfe von dunkleren und helleren Werten. Ich trockne das digitale Aquarell erst, wenn ich mit den Werten und dem Malgrund zufrieden bin. Diese erste Phase dauert nicht lange, ich brauche dazu nur ein paar Minuten. Wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin, lösche ich es und versuche es mit anderen Werten. Auf diese Weise vergeude ich nicht zu viel Zeit mit einer schlechten Komposition.

Als Nächstes trockne ich das digitale Aquarell. Dazu klicke ich auf der Menüleiste auf Ebenen > Digitale Aquarellebene trocknen. Dann erstelle ich mit der gleichen Variante Einfach des Malwerkzeugs Digitales Aquarell eine Farblasur. Ich benutze in diesen ersten Arbeitsschritten das digitale Aquarell, weil ich damit sowohl hell auf dunkel als auch dunkel auf hell malen kann. Ich trage dabei die Farben sehr großflächig über den getrockneten Farben der ersten Phase auf. Dazu benötige ich wieder nur wenige Minuten.

Nun, da ich die Werte bestimmt und eine Farblasur erstellt habe, sehe ich mir das Ergebnis noch einmal genau an, ob es sich auch, lohnt mit dem Gemälde weiterzumachen. Falls nicht, hätte ich bisher nur etwa 15 bis 20 Minuten daran gearbeitet und noch nicht viel Zeit verloren. Bevor ich zu einer dunklen Farbe wechsle, überprüfe ich, ob das digitale Aquarell trocken ist. Dann wähle ich die Malwerkzeugvariante Nass der Malwerkzeugkategorie Acryl. Das nächste Ziel besteht darin, Form und Temperatur des Lichts und der Schatten zu erarbeiten. In dieser Phase widme ich meine Aufmerksamkeit den verschiedenen Kontrasten des Gemäldes: hell gegenüber dunkel, warm gegenüber kalt, harte Kanten gegenüber weichen Kanten, Sättigung gegenüber Entsättigung usw.

Ich habe in einer Datei etwa 200 Fotostrukturen gespeichert, die ich fürs Malen benutzen. Ich benutze die Strukturen beliebig, also nicht für ein bestimmtes Objekt. Das heißt, ich benutze Holzstrukturen nicht für Holzoberflächen.

Ich wähle rauen Beton für beliebige Blattstrukturen sowie andere Betonstrukturen für beliebige Stellen auf dem Boden.

Mit dieser Fototechnik können zufällige Strukturen erstellt werden.

Ich wähle für die Ebene das Montageverfahren Weiches Licht und probiere verschiedene Deckkraft-Werte aus, bis ich das gewünschte Ergebnis erhalte.

Es soll wie Farbe aussehen.

So sieht es auf dem ganzen Gemälde dann aus.

An dieser Stelle habe ich meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Weg nach Hause in mein Atelier gemacht. Es war mir möglich, das Abendlicht zu erfassen, das nun schnell nachließ. Die letzten Details konnte ich zu Hause fertig malen.

Der Bildaufbau steht; die Werte (dunkel gegenüber hell), die Farben (warm gegenüber kalt) und die Formen sind festgelegt. Jetzt muss ich nur noch die letzten Details ausarbeiten. Um das Gemälde zum Abschluss zu bringen, verwende ich eine Reihe von Malwerkzeugen in den Standardeinstellungen: die Variante Nass der Kategorie Acryl, die Variante Detailpinsel der Kategorie Ölpinsel, den Sargent-Pinsel der Kategorie Künstler und die Variante Wasserkamm der Kategorie Mischpinsel.

Zuerst male ich viele Details mit der Variante Nass der Kategorie Acryl.

Dann male ich mit dem Mischpinsel Wasserkamm darüber.

Für den nächsten Schritt benutze ich den Sargent-Pinsel, danach mische ich erneut mit dem Wasserkamm. Den Rest des Gemäldes bearbeite ich auf die gleiche Weise weiter.

Der nächste Schritt macht viel Spaß. Zuerst erstelle ich eine neue Ebene, indem ich das Tastenkürzel Befehlstaste + Umschalt + N (Mac OS®) bzw. Strg + Umschalt + N (Windows®) drücke. Dies ermöglicht es mir, mit der Variante Dick rund der Kategorie Acryl in Graustufen zu malen. Ich könnte für diesen Schritt jede beliebige dick auftragende Malwerkzeugkategorie verwenden. Ich trage Pinselstriche auf, die der Richtung der Baumstämme, Blätter, Steine und der Erde folgen.

Wenn ich die gewünschte Struktur erzeugt habe, ändere ich das Montageverfahren der Ebene zu Weiches Licht. Dadurch wird noch mehr der Pinselstruktur sichtbar. Ich verringere außerdem die Deckkraft der Ebene, bis ich den gewünschten Effekt erhalte.

Ich habe nun etwas mehr als zwei Stunden an diesem Gemälde gearbeitet. Ich gehe alles noch einmal durch, um die schlimmsten Probleme zu bereinigen. Normalerweise verwende ich dazu den Mischpinsel Wasserkamm. Ich verwende auch den Mischpinsel Nass verwischen, um einzelne Schatten ein wenig abzuschwächen. Ich achte dabei die ganze Zeit auf Gegensätze wie hell/dunkel, warm/kalt, weiche Kanten/harte Kanten, Sättigung/Entsättigung, ausgearbeitet/nur angedeutet sowie die Einzelheiten im Zentrum des Gemäldes.

Wenn das Gemälde fertig ist, passe ich als Letztes die Werte unter Effekte > Tonwertkontrolle > Helligkeit/Kontrast an.

Ich überprüfe zudem die Farbtonsättigung. Muss sie leicht angepasst werden, klicke ich dazu auf Effekte > Tonwertkontrolle > Farbkorrektur.

Und hier nun mein fertiges Freilichtgemälde.