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So verwandeln Sie mit den Klonwerkzeugen von Corel® Painter™ 12 ein Foto in ein Gemälde

von Don Seegmiller

In diesem Tutorial zeige ich Ihnen, wie Sie mit den Klonwerkzeugen von Corel® Painter™ 12 und einem Foto als Vorlage ein Bild erstellen, das wie ein Gemälde aussieht. Zum Tutorial gehören zudem von mir erstellte Malwerkzeuge, Papierstrukturen und Muster. Laden Sie zuerst die Dateien herunter (.ZIP, 11 MB), doppelklicken Sie dann auf cloning tutorial.brushcategory und installieren Sie die Malwerkzeuge unter Programme\Corel\Painter12\Brushes\Painter Brushes.

Bitte beachten Sie bei der Verwandlung eines Fotos in ein Gemälde, dass die die Qualität des fertigen Gemäldes von der Qualität des Fotos abhängt. Mit Schnappschüssen können keine besonders guten Gemälde erstellt werden. Das Foto, das ich für diese Demonstration verwendet habe, wurde freundlicherweise von http://faestock.deviantart.com/ zur Verfügung gestellt.

Als Erstes habe ich das Foto in Painter 12 geöffnet und dann in der Menüleiste den Befehl Menü bzw. Ablage > Schnelles Klonen gewählt.

Abbildung 1

Wenn Sie die Funktion Schnelles Klonen benutzen, wird das Bild automatisch geklont, die Arbeitsfläche geleert, das Pauspapier aktiviert und der Klon im Bild eingebettet. Über der Arbeitsfläche wird eine abgeschwächte Version des Originalfotos angezeigt. Das Pauspapier kann mit der Tastenkombination Befehlstaste + T (Mac OS) bzw. Strg + T (Windows) schnell ein- und ausgeschaltet werden. Im Panel Klonursprung wird eine Miniaturansicht des Originalfotos angezeigt. Wird die Palette Klonursprung nicht angezeigt, klicken Sie in der Menüleiste auf Fenster > Klonursprung. Sie können mit mehreren Klonquellen arbeiten, was es Ihnen ermöglicht, Elemente aus verschiedenen Bildern zu übernehmen und in einem Klon zu kombinieren.

Abbildung 2

Für meine erste Skizze habe ich die Variante Realistisch 2B der Malwerkzeugkategorie Bleistifte benutzt. Schnell habe ich die Grundformen des Gesichts und alle größeren Schattenbereiche gezeichnet. In dieser Phase habe ich das Foto nicht geklont, sondern einen grauen Wert benutzt, um eine erste Skizze zu erstellen. Ich male nicht gern auf einem weißen Hintergrund, also habe eine neue Ebene erstellt. Dazu habe ich in der Menüleiste den Befehl Ebene > Neue Ebene gewählt. Dann habe ich in der Werkzeugpalette das Füllwerkzeug aktiviert, im Panel Farbe ein dunkles Olivgrün gewählt und die neue Ebene damit gefüllt. Ein olivgrüner Hintergrund passt gut zu Hauttönen. Auf der Palette Ebenen habe ich das Montageverfahren von Standard auf Multiplizieren geändert. Wenn das Pauspapier ausgeschaltet ist, können Sie die Skizze sehen.

Abbildung 3

Painter 12 enthält eine umfassende Auswahl an Klonern, die für die folgenden Schritte benutzt werden können. Sie können jedes Malwerkzeug in Painter 12 als Kloner verwenden, indem Sie im Panel Farbe auf die Schaltfläche Originalfarbe verwenden klicken. Das Farbrad und das Farbdreieck werden dann ausgegraut und die Schaltfläche Originalfarbe verwenden wird blau angezeigt. Das bedeutet, dass die Farbe, die aufgetragen wird, vom Klonursprung übernommen wird, der im Panel Klonursprung angezeigt wird.

Abbildung 4

Ich wollte, dass dieses Bild wie ein Ölgemälde aussieht. Ich habe deshalb verschiedene Varianten der Malwerkzeugkategorie Impasto verwendet, deren Malstriche einen dreidimensionalen Effekt erzeugen. Ich habe auch mehrere von mir selbst erstellte Malwerkzeuge verwendet.

In dieser Phase ziehe ich es vor, nicht auf der Skizze meines Gemäldes, sondern auf der olivgrünen Ebene zu malen. Ich wähle im Panel Ebenen Ebene 1 aus und ändere das Montageverfahren auf Standard, wodurch die Skizze ausgeblendet wird. Dann wähle ich in der Menüleiste den Befehl Ebenen > Alle ablegen.

Dann begann ich das Bild zu malen. Ich habe die gleichen Techniken verwendet, die ich mit herkömmlichen Ölfarben verwenden würde. Beim Malen der Haare beispielsweise habe ich alle Striche immer in die gleiche Richtung aufgetragen.

Abbildung 5

Für Gesicht und die Bluse habe ich horizontale Pinselstriche aufgetragen, um den Eindruck von Tiefe und Rundung zu erwirken. Da ich die Farben direkt aus dem Originalfoto übernahm, musste ich mir um Farbe und Farbwerte keine Gedanken machen. Um zu überprüfen, wie meine Pinselstriche wirkten, habe ich das Pauspapier regelmäßig ein- und ausgeschaltet.

Abbildung 6

Ich habe verschiedene Malwerkzeuge mit jeweils großer Pinselspitze benutzt, um schnell eine grobe erste Version des gesamten Porträts zu erstellen.

Abbildung 7

Je weiter das Bild voranschritt, desto weniger habe ich die Pauspapierfunktion verwendet. Ich habe sie nur gelegentlich ein- und ausgeschaltet, um zu überprüfen, ob ich auf dem richtigen Weg war. Beachten Sie, dass in dieser Phase vieles manchmal noch etwas schludrig aussieht.

Abbildung 8

Als ich jedoch begann, das Bild mit kleineren Malwerkzeugen auszuarbeiten, fand alles schön zusammen. Beachten Sie, dass es hier kein richtig oder falsch gibt. Wenn Sie die gewünschten Resultate erzielen, tun Sie das Richtige.

Hier habe ich nun das Pauspapier ausgeschaltet. Ich wollte den Hintergrund aus dem Originalfoto nicht übernehmen. Stattdessen wollte ich etwas malen, das das Gemälde noch mehr wie ein herkömmliches Ölgemälde wirken lassen würde. Deshalb habe ich den Hintergrund des Bildes frei gemalt, so wie ich das auch bei einem normalen Gemälde tun würde. Ich habe auch den Impasto-Effekt deaktiviert, indem ich in der Menüleiste auf Arbeitsfläche > Impasto ausblenden geklickt habe. Ich konnte auf diese Weise weiterhin mit Impasto-Malwerkzeugen malen, ohne jedoch den Effekt zu sehen.

Abbildung 9

Nach der Deaktivierung des Impasto-Effekts werden vorübergehend keine dreidimensionalen Pinselstriche aufgetragen. Auf diese Weise konnte ich mich besser darauf konzentrieren, die korrekten Farben und Werte für den Hintergrund zu erzeugen.

Sobald ich mit dem Hintergrund zufrieden war, habe ich den Impasto-Effekt wieder aktiviert, indem ich auf der Menüleiste auf Arbeitsfläche > Impasto einblenden geklickt habe. Das Gemälde begann langsam wie ein herkömmliches Ölgemälde auszusehen.

Abbildung 10

Ich habe die einzelnen Gesichtszüge weiter ausgearbeitet. Dazu habe ich kleinere Malwerkzeuge verwendet und Farben aus dem Originalfoto verwendet. Ich wollte im Gesichtsbereich einen weniger starken Impasto-Effekt erzeugen als bei den Haaren und im Hintergrund. Also habe ich sanftere Pinselstriche aufgetragen, um den Effekt zu vermindern.

Abbildung 11

Der Hintergrund sollte wie Leinwand wirken, also habe ich die Papierstruktur angepasst, um sie wie Leinwand aussehen zu lassen. Wenn Sie diese Papierstruktur importieren möchten, klicken Sie in der Menüleiste auf Fenster > Papierpanels > Papierbibliotheken. Klicken Sie im Panel Papierbibliotheken auf die Schaltfläche für die Paneloptionen und wählen Sie die Option Papierbibliothek importieren. Wählen Sie New Paper Library 1.paperlibrary und klicken Sie auf Öffnen. Ich habe dann eine neue Ebene eingerichtet und für das Malen der Leinwand die Variante Variabel der Malwerkzeugkategorie Kreide & Wachsstifte benutzt. Die Kreidenvariante Variabel interagiert auf sehr schöne Weise mit der Papierstruktur. Wenn ich möchte, dass viel Papierstruktur zu sehen ist, wähle ich für die Struktur mithilfe des gleichnamigen Reglers auf der Eigenschaftsleiste einen Wert von etwa 10 %. Dann male ich in den Ecken des Bildes grob eine Struktur auf, die wie herkömmliche Leinwand wirkt.

Abbildung 12

Um diese gemalte Leinwand wie ein Impasto-Gemälde aussehen und wirken zu lassen, habe ich ein bisschen Oberflächenstruktur angewendet. Dazu habe ich in der Menüleiste auf Effekte > Oberflächeneigenschaften > Oberflächenstruktur anwenden geklickt. Die standardmäßigen Einstellungen entsprachen nicht ganz meinen Vorstellungen, deshalb habe ich einige Werte im Dialogfeld Oberflächenstruktur anwenden angepasst. Ich habe für die Stärke einen Wert zwischen 20 und 40 % gewählt, zudem den Regler Glanz auf 0 % verschoben und das Kontrollkästchen Umkehren aktiviert. Stellen Sie dabei sicher, dass Sie dieselbe Papierstruktur wie für die ursprüngliche Leinwand verwenden.

Abbildung 13

Dies gab der gemalten Leinwandebene ein hübsches und subtiles – aber zweifellos dreidimensionales – Aussehen.

Abbildung 14

Ich wollte, dass auch auf den zuvor bereits bemalten Flächen ein wenig der Leinwandstruktur zu sehen sei, also duplizierte ich die gemalte Ebene. Dazu habe ich im Panel Ebenen die Arbeitsfläche ausgewählt und dann in der Menüleiste zuerst den Befehl Auswahl > Alles auswählen und danach Bearbeiten > Kopieren gefolgt von Bearbeiten > Einfügen betätigt. Dieselbe Technik habe ich verwendet, um die Oberflächenstruktur Leinwand auf die gesamte duplizierte Ebene anzuwenden. Es zeigte sich jedoch, dass die angewendete Oberflächenstruktur für die meisten Impasto-Pinselstriche zu stark war.

Abbildung 15

Da es sich um eine duplizierte Ebene handelte, habe ich jene Bereiche der Leinwandstruktur, die nicht zu sehen sein sollten, einfach gelöscht, um das darunterliegende Impastogemälde sichtbar zu machen. Ich habe bei der Verwendung des Radierers den Druck ständig variiert, sodass die Leinwandstruktur langsam in das darunter liegende Gemälde überging, so wie auch bei einem richtigen Gemälde die Leinwandtextur langsam in die bemalten Flächen übergeht. Wie viel Sie radieren möchten, ist Ihnen überlassen. Es gibt diesbezüglich kein richtig oder falsch.

Abbildung 16

Das Gemälde sah nun einem traditionellen Ölgemälde sehr ähnlich.

Abbildung 17

Um das Gemälde abzuschließen, fehlte nur noch etwas. Unter Verwendung eines selbst erstellten Musters habe ich dem Bild ein krakeliertes Aussehen gegeben, wie es oft bei alten Ölgemälden zu beobachten ist.

Im dieses Muster zu importieren, wählen Sie in der Menüleiste Fenster > Medienbibliothek-Panel > Muster. Klicken Sie im Panel Musterbibliotheken auf die Schaltfläche für die Paneloptionen und wählen Sie die Option Musterbibliothek importieren. Wählen Sie New Pattern Library 1.paperlibrary und klicken Sie auf Öffnen.

Nachdem ich das Krakeliermuster geladen und aktiviert hatte, habe ich eine neue Ebene erstellt. Ich habe dann das Füllwerkzeug aktiviert und auf der Eigenschaftsleiste im Listenfeld Füllen die Option Ursprungsbild gewählt.

Abbildung 18

Im Panel Ebenen habe ich für das Montageverfahren die Option Abdunkeln und für die Deckkraft 29 % gewählt. Dann habe ich an allen Stellen, wo keine Risse zu sehen sein sollten, die Risse gelöscht.

Abbildung 19

Als alles passte, habe ich in der Menüleiste den Befehl Ebenen > Alle ablegen gewählt, um alle Ebenen auf der Arbeitsfläche abzulegen. Die Risse sahen nun ähnlich aus wie die auf alten Ölgemälden. Um den Effekt noch überzeugender und realistischer wirken zu lassen, habe ich noch mehr Oberflächenstruktur auf die Risse angewendet.

Dazu habe ich das gesamte Bild kopiert und die Kopie über dem Originalbild eingefügt. Dies habe ich folgendermaßen getan: Ich habe im Panel Ebenen die Arbeitsfläche ausgewählt und in der Menüleiste zuerst auf Auswahl > Alles auswählen, dann auf Bearbeiten > Kopieren und schließlich auf Bearbeiten > Einfügen geklickt. Dann habe ich in der Menüleiste auf den Befehl Effekte > Oberflächenstruktur anwenden geklickt, im Listenfeld Methode die Option Luminanz des Originals gewählt und mit dem entsprechenden Regler und mithilfe des Vorschaufensters die Stärke angepasst, bis ich mit der Wirkung zufrieden war.

Abbildung 20

So sah das Gemälde aus, nachdem ich die Oberflächenstruktur angewendet hatte.

Abbildung 21

Die Risse sollten nicht auf dem ganzen Gemälde zu sehen sein, also habe ich selektiv einzelne Flächen wieder ausradiert, um das darunter liegende Gemälde ohne Risse sichtbar machen.

Abbildung 22

Das fertige Bild sah nun einem wirklichen Ölgemälde verblüffend ähnlich. Zu verdanken ist dies der Fähigkeit des Painter 12, traditionelle Kunst digital nachzuahmen.